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Mauer aus Seidenpapier
Mauer aus Seidenpapier – zart und durchlässig, ein Hauch von Schutz in einer Welt, die schreit. Ich funktioniere. Ich lächle. Ich bin pünktlich, höflich, da. Und niemand sieht, dass mein System am Limit fährt, dass ich jedes „Wie geht’s?“ mit einem Lächeln ertränke, weil ich nicht weiß, wie ich antworten soll, ohne in Tränen zu zerfallen. Meine Mauer aus Seidenpapier – reicht nicht aus, um mich vor all dem Lärm zu schützen, vor den Blicken, vor dem Druck, vor der Angst. Manch
lea schüpbach
10. Aug.3 Min. Lesezeit


Der Strich dazwischen
Stell dir vor, es ist still. Nicht leer. Nicht kalt. Nur still genug, dass nichts mehr ausweichen kann. Du liegst hier. Dein Name steht auf dem Stein. Darunter zwei Jahreszahlen. Eine für den Moment, in dem du geboren wurdest, und eine für den, in dem du gestorben bist. Und dazwischen ein schmaler Strich. Unauffällig. Fast unscheinbar. Und doch alles, was dein Leben war. Denn dieser Strich erzählt nicht, wie lange du hier gewesen bist. Er erzählt, welche Bedeutung d
lea schüpbach
10. Aug.3 Min. Lesezeit


„Und wenn sie’s wüsste…“
Ich war gut im Alleinsein. Richtig gut. Hab gelernt, mit der Stille zu frühstücken, mit Gedanken spazieren zu gehen und mit meinem Schatten zu reden, wenn sonst niemand da war. Ich war „frei“. Unabhängig. Unberührt. Unangreifbar. Und dann … kam sie. Wie ein Sturm. Und nichts ist da, wo es einmal war. Wie Licht, das durch einen Riss fällt – wuchtig, spürbar, echt. Ein Mensch, der die Luft verändert, einfach nur durchs Atmen. Eine Frau, die lacht – und irgendwo in mir wir
lea schüpbach
10. Aug.2 Min. Lesezeit
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